cl0wn o.5

Wenn meine Seele durch die Nacht wandert,  
auf Suche nach jenen, die ich nie kannte,  
auf Suche nach Sinn.  

Hilflos ausgeliefert dem, der ich bin –  
ein einsames Wesen ohne jeglichen Sinn.  

Da wabert das Finstre in mir dahin,  
bis es bestimmt, wer ich bin.  

Wenn ich mich in den Gedanken anderer wiederfinde,  
bricht, was ich empfinde,  
das, was ich bin.  

Ich bin  
Nichts, aber der Sinnhaftigkeit beraubt.  
Kann den Schmerz alleine nicht empfinden.  

Kaczynskis Manifest in mir am Beben.  
Gewaltfantasien suchen ihren Weg aus der Dunkelheit ins Leben.  

Ich probiere, dem Gedanken nicht zu erliegen –  
paranoide Schizophrenie oder doch ein Netz aus Lügen und Intrigen?  

Selbstständigkeit und das eigene Risiko auf die Masse verlagert,  
und Probleme erschaffen, die kein Einzelner  
überschauen, geschweige denn lösen kann.  

Es entwickelt sich zu einem System, das Blut verlangt.  
Alles, was war, ist längst verbrannt.  

Haben uns in den Technikwahnsinn verrannt  
und haben ihr Risiko verkannt.  
Aber mit schmerzlicher Sicherheit hatten wir es erkannt  
und haben doch alle, die dran gezweifelt haben, verbannt.  

Eine Gesellschaft im Kollaps –  
Kollektivität gegen Individualismus getauscht,  
Verantwortung gegen Sicherheit getauscht,  
und getarnter Wahnsinn als Fortschritt  
hat uns langsam der Freiheit beraubt.  

Doch bin nicht ich es, der die Übernahme erlaubt?  
Geschrieben auf einem Computer, verbunden mit der ganzen Welt.  
Hat jeder, den ich verachte, zuerst gesehen,  
wie meine Hoffnung zerschellt. 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Aus Tradition

cl0wn I.0