cl0wn I.0

Ich glaube, ich möchte der traurigste Clown in Paris sein.  
Im Wahnsinn der Stadt würd ich gern all das Schöne loben.

Im Wahn der Metropole den Farben erliegen.  
Der Wunsch, in der Sonne hier zu bleiben – da bleib ich liegen.

Doch es ist aufgebaut auf Lügen und Intrigen.  
Geschichte geschrieben von denen, die siegen.

Alle so individuell, dass sie zu unterscheiden schwer wird.  
Die Stadt der Liebe und ich bin verwirrt.

Ich starre aus dem Hotelzimmer, und Systemkritik in mir fängt an zu toben.  
Doch ich mache brav mit,  
so bin ich erzogen.  
Verzogen.  
Womöglich auch betrogen.

Betrogen um den Kampf und den Sieg.  
Kein Leisten für die, die ich lieb,  
sondern für das System, dem unsere damalige Freiheit unterliegt.

Sie haben erfolgreich mit Vernunft die Normalität besiegt,  
den Überlebenskampf so vollständig eliminiert  
und unser aller Leben bis ins Letzte ruiniert.

Ohne Chance zu wachsen, so geh’n wir ein.  
Wir spüren doch:  
so sollte es nie sein.

Zahlen und arbeiten für ein unüberschaubares System.  
Es war anfangs sehr bequem.  
In allen Problemen Chancen sehen,  
neue Wege gehen,  
das Leiden wird so sicher schnell vergehen.

Wussten hoffentlich nicht, welches Unheil sie begehen.  
Ich kann es ja verstehen,  
aber frage mich: wieso kann es keiner sehen?

Und so zweifle ich  
an mir,  
an euch,  
an uns.

Wer bringt die verlorene Vernunft?  
Leben in dieser industriellen Hölle und sterben ohne Zukunft.  
Wo ist der, der uns zurückruft?

Ein Gott wird es nicht sein –  
diese sind schon längst weg rationalisiert.  
Und als wir das taten,  
da waren wir am Überlegenheit fabulieren  
und den Gewinn der Vernunft zelebrieren.

Und das Märchen der uns rettenden Wissenschaft fabrizieren.  
Und jetzt ist Glück nicht mehr möglich,  
ohne die Gedanken zu manipulieren.

Fangen an, gesellschaftlich zu dissoziieren,  
bis wir innerlich erfrieren,  
kriechen und sterben vor dem System auf allen Vieren.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Aus Tradition

cl0wn o.5